Tag der beruflichen Orientierung an der AGS

Wie finde ich meinen Beruf?

Tag der beruflichen Orientierung an der AGS

Der Weg zu einem eigenen Beruf und die entsprechende Ausbildung stellt für viele Jugendlichen eine große Herausforderung dar. Zum ersten Mal in ihrem Leben müssen sie sich intensive Gedanken über ihre eigenen Fähigkeiten und Interessen machen, die in einer beruflichen Tätigkeit umgesetzt werden können, und zum ersten Mal müssen sie eine Entscheidung treffen, die ihre weitere Zukunft wesentlich beeinflusst. Umso wichtiger ist es, sich früh genug umfangreich und ausführlich mit diesem Thema zu beschäftigen. Schon seit über zwei Jahrzehnten veranstaltet die August-Ganther-Schule dafür den Tag der beruflichen Orientierung, ins Leben gerufen lange bevor Verwaltungsvorschriften und andere Bestimmungen den weiterführenden Schulen eine solche Aktion gewissermaßen „verordnet“ haben. Was in den Räumen des historischen Gebäudes in der Schwarzwaldstraße ihre Anfänge nahm, setzte sich in der Berufsinfomesse in der Realschule, später in der Erwin-Braun-Halle und seit vergangenem Jahr wegen weiterhin wachsender Teilnehmerzahlen in der Renchtalhalle in Stadelhofen fort.

Der alljährliche Tag der beruflichen Orientierung findet an der Werkrealschule weiterhin statt, mit allen zehn Bildungspartnern der Einrichtung, die sich an diesem Tag vorstellen, Fragen beantworten und mit praktischen Aufgaben Einblicke in ihren beruflichen Alltag geben. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, in einer Form des „Speed-Dating“ jedes Unternehmen innerhalb von zehn Minuten kennenzulernen. Nach wie vor ist das zum einen eine wertvolle Aktion für die Jugendlichen, die auf diese Art und Weise unterschiedliche Betriebe und Einrichtungen kennenlernen, aber vor allem auch die verschiedenen Berufsfelder, die dort angeboten werden. Zum anderen wird die August-Ganther-Schule durch diese Veranstaltung zur Begegnungsstätte, in der auf direktem und unkompliziertem Wege Kontakte geknüpft werden können zwischen Ausbildern, jungen Menschen, die sich bereits in Ausbildung befinden und den Schülerinnen und Schülern, die bald in die Arbeitswelt eintreten möchten.

Gerade die Auszubildenden der Bildungspartner Ernst Umformtechnik, Koehler Papergroup, Erdrich Umformtechnik, Sozialstation St. Elisabeth, Ruch NOVAPLAST, DOLL Fahrzeugbau, Pflegedienst Schwesternverband, EDEKA Decker´s Frischecenter, Hollnberger Fensterbau und Stadtwerke Oberkirch spielen eine große Rolle bei dieser Begegnung, da ihre eigene Schulzeit, die einige von ihnen an der Werkrealschule verbracht haben, noch nicht so lange zurückliegt und sie lebensnah über ihre Erfahrungen berichten können, die sie auf ihrem Weg hin zum passenden Beruf gesammelt haben. Besonders deutlich wir dabei immer wieder, welche Bedeutung dem Absolvieren von Praktika beigemessen werden muss. Interesse zeigen, viele verschiedene Richtungen gehen, Sachen ausprobieren – das kann helfen, das zu finden, was zur Persönlichkeit, zu den Fähigkeiten und Interessen passt, auch weil man eventuell feststellen kann, was man nicht möchte.

Wichtig sei es, sich frühzeitig um ein Praktikum zu kümmern und sich über die schulisch vorgeschriebenen Praktika hinaus in den Ferien zu engagieren, um praktische Erfahrungen in möglichst vielen verschiedenen Bereichen zu sammeln. „Hier werden zum Teil Fähigkeiten deutlich, die manchmal über die Noten hinwegsehen lassen,“ erklärte ein Ausbilder. Insgesamt seien Schulnoten nicht das Wichtigste, auf die bei einer Bewerbung geschaut wird, aber sie seien auch nicht wirklich unverzichtbar. „Gewisse Kenntnisse und Grundlagen sollten schon vorhanden sein.“

Was aber jede und jeder hinbekommen kann, ganz egal welche Noten im Zeugnis stehen, sind Werte, die im Grunde genommen immer eine große Bedeutung haben, weil sie zu den Grundtugenden gehören: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Freundlichkeit.